
Endkampf um Ostpreußen
Auszug aus einem Bericht von Oberstleutnant a. D.
W. Salomon
Gumbinnen scheint zum Teil von der Zivilbevölkerung bereits
geräumt zu sein (wir haben den 18. Oktober 1944). Am Bahnhof,
in der zum Bahnhof
führenden Straße und in der Ausfallstraße nach Ebenrocu (Stallupönen) brennen
noch einige Hausruinen.
Sie ist etwas unheimlich, diese stark beschädigte Stadt,
die mir sonst aus frohen Tagen so gut bekannt ist. Dann fahren wir zu dem
verabredeten Treffpunkt, einem Chausseewärterhäuschen, und da noch keine
Batterie eingetroffen ist, wird schnell das Verdeck hochgemacht, die
Seitenfenster eingesetzt, da wir stark übermüdet sind und uns fröstelt. Ein
starkes Klopfen an unsere Fenster weckt uns aus tiefem Schlaf: die erste
Batterie ist da, und es beginnt im Osten hell zu werden. Ohne Zeitverlust werden
die Batterien in die vorgesehenen Stellungen geführt, die Kanoniere, die auf
dem Marsch haben schlafen können, beginnen den Ausbau der Stellung,
die
Fernsprecher verlegen die Leitungen, der Funktrupp nimmt die Verbindung mit der
18. Flakdivision auf,
und gegen 9 Uhr am 18. Oktober 1944 kann ich dem Regiment
über Ortskommandantur Gumbinnen die Feuerbereitschaft der
4 schweren Batterien
und die Entlassung der Transport-Kolonne melden. Es läuft alles programmäßig,
wie wir es ja schon so oft haben machen müssen; und ich bin viel unterweg zu
den Batterien, hierbei in alter Gewohnheit das Gelände gründlich studierend, das
mir im schönsten Herbstwetter, ach so vertraut, entgegengrüßt.s
Am 20.
Oktober gegen Mittag — ich bin wieder bei den Batterien — überbringt mir ein
Kradmelder einen dringenden Befehl des Regiments: Sowjetische Kräfte sind
durchgebrochen, haben die Rominter Forst besetzt und stoßen weiter nach Westen
und Nordwesten vor. Etwa 30 feindliche Panzer befinden sich bereits in dem
Brödlauker Forst, etwa 15 km südlich Gumbinnen.
Am Südrand Gumbinnen sofort
Panzerriegel aufbauen!
Schlachtplan in Vorbereitung Team Graukraft

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